Der Leopardgecko und seine Geschichte

Der Leopardgecko und Verwandtschaft

Vor etwa 150 Millionen Jahren entwickelten sich aus den jurassischen Ardeosauridae und Bavarisauridae die heutigen Geckos. Die Evolution der Geckos setzte nach heutigem Kenntnisstand in Südostasien ein, wo auch noch heute die ursprünglichsten Vertreter dieser Echsengruppe vorkommen. Es ist schwierig, genaue Aussagen zur Systematik zu treffen. Es werden laufend neue Arten beschrieben und selbst Gattungs - und Unterfamiliengrenzen sind immer im Wandel. Wir beschränken uns auf einen Überblick über die Familie der Lidgeckos (Eublepharidae). Im Jahr 1885 etablierte ein Forscher anhand der bereits bekannten Geckos namens Pentadactylus felinus die Gattung Aeluroscalabotes und gab der erwähnten Art den bis heute gültigen Namen Aeluroscalabotes felinus (Fuchsgesichts-Gecko). Diese Spezies ist die ursprünglichste und primitivste Art aller Geckos. Sie bewohnen tropische Regenwälder in Südostasien. Von der Grundlage dieser Geckoart entstand die Familie der Eublepharidae. Die beiden wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zwischen den Lidgeckos (die in die Überfamilie Eublepharoidea gestellt werden) und den anderen Gecko-Familien (die zur Überfamilie Gekkonoidea zählen) sind die beweglichen Augenlider der Lidgeckos und die Beschaffenheit der Zehen. Sie weisen bei Lidgeckos keine der Haftmechanismen auf, die man bei den meisten anderen Geckos antrifft. Die Augenlider bei allen Gekkonidae sind miteinander verwachsen und durchsichtig. Diese Schutzbrille schützt das Sehorgan vor Verletzungen auch wenn die Augen jederzeit geöffnet sind. Diese Spezialisierung haben die Lidgeckos nicht entwickelt. Sie schließen ihre Augen mit Ihren beweglichen Lidern. Dies geschieht im Gegensatz zum menschlichen Sehorgan nicht durch das Senken des oberen Lids, sondern durch das Anheben des unteren. Diese Steuerung dient auch dem Schutz beim Beutefang, damit gefangene Futtertiere nicht die Augen verletzen können. Der Vorgang vollzieht sich reflexartig, weil die Lider auch bei Verteidigungsbissen geschlossen werden. Die Zehen der Lidgeckos sind an ihren Enden nicht verbreitert und haben keine Haftlamellen, dies ermöglicht den Tieren, selbst an glatten Flächen zu klettern. Die Zehen enden in spitzen, gebogenen Krallen, die nicht eingezogen werden können. Somit können die Geckos, auch in festem Substrat graben und sich auf felsigem steinigem Untergrund fortbewegen. In der Vergangenheit hat sich der Status der Familie Eublepharidae häufig geändert. Einige Wissenschaftler betrachteten diese Gruppe als Unterfamilie Eublepharinae der Geckos (Gekkonidae). Für andere Forscher galt sie immer schon als eigenständige Familie. Heute hat sich die Familie Eublepharidae etabliert. Sie enthält die beiden Unterfamilien Aelurosclalabotinae und Eublepharinae als Schwesterunterfamilien. Für die Nicht-Spezialisten ist es schwierig die Zusammenhänge in der Systematik zu verstehen. Die Einteilung der Geckos wird durch immer genauere Ergebnisse und neueren Untersuchungen verändert. So verschieben Forscher nicht nur einzelne Spezies in neue bestehende Gattungen, sondern gliedern auch ganze Gattungen und Familien neu.

Die Leopardgeckos (Eublepharis)

1827 hat ein Forscher den ersten Vertreter der Gattung Euplepharis beschrieben. Die Art Eublepharis hardwicki unterscheidet sich stark von den anderen Arten die in Aussehen und Verhalten sehr ähnlich sind. Den bekanntesten Leopardgecko Eublepharis macularius wurde von einem Forscher im jahre 1854 beschrieben. Zurzeit werden der Gattung Eublepharis 5 Arten zugeordnet: Eublepharis hardwicki, Eublepharis macularius, Eublepharis angramainyu, Eublepharis turcmenicus.

Die Einordnung vom Leopardgecko im Tierreich

Klasse: Kriechtiere (Reptilia), Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata), Unterordnung: Echsen (Sauria), Zwischenordnung: Geckoartige (Gekkota), Überfamilie: (Eublepharoidea), Familie: Lidgeckos  (Eublepharoidea), Unterfamilie: Eigentliche Lidgeckos (Eublepharoidea),
Gattung: Leopardgeckoartige (Eublepharis), Art: Leopardgecko (Eublepharis macularius)

Verbreitung und Lebensraum vom Leopardgecko

Das Entstehungsgebiet der Familie Eublepharidae liegt wie das aller Geckos in Sudostasien. Ab da haben die sechs Gattungen dieser Familie verschiedene Kontinente erobert. Die Gattung Eublepharis, hat ein sehr grosses Verbreitungsgebiet. Es reicht von Bangladesh, Kalkutta durch Indien, Pakistan, Afghanistan, Iran, Irak, und in die Türkei. Die Art E.turcmenicus wohnt im Nord-Iran und in Gebieten in Turkmenistan. Die Art E.macularius macularius lebt im Nordost-Pakistan, Nord-Indien, Süd bis zentral Pakistan und Südost Pakistan. Der E.macularius afghanicus lebt in Nordost Afghanistan. Der E.macularius fuscus ist in West Indien anzutreffen. Der E. hardwickii lebt in Indien nahe Bangladesh. Der E.cf. fuscus ist im westlichen Indien zuhause. Zum Schluss noch der E. angramainyu lebt bei West Asien, Südwest-Iran über Nord-Irak bis nach Nord Syrien und in die östliche Türkei in Höhenlagen zwischen 300 und 1000 m.

Wie sieht der typische Eublepharis macularius aus ?

Da es viele unterschiedliche Farbvarianten gibt kann man dies nicht so richtig beantworten.

Man nimmt an, dass sich durch geographische Isolation innerhalb einer Art verschiedene Populationen gebildet haben. Diese sind äusserlich nur gering unterschiedlich. Den typischen E. macularius (Leopardgecko) in der freien Natur gibt es daher nicht. Farbliche Mutationen kommen in der Natur sehr oft vor sind jedoch kein Indiz für eine neue Art. Man weiss nur, dass der jeweilige Lebensraum und die Anpassung der Tiere eine wichtige Rolle spielt. In Gebieten mit dunklem Substrat finden sich sehr dunkle Tiere, hingegen an Orten mit hellem Untergrund sind die Leopardgeckos  aufgehellter. Ein typisches Beispiel ist die Färbung von E. hardwickii. Diese Geckos leben mehr in Wald-Gebieten mit erdigen Böden und haben dadurch eine komplett andere Musterung und Farbe wie die uns bekannten.

Jugendfärbung und Erwachsenenfärbung

Die Jungtiere des E. macularius haben ein typisches Zeichnungsmuster. Im Laufe der Entwicklung verändert sich dies jedoch stark. Es gibt keine einheitliche Jugendfärbung wie auch nicht ein typisches Farbmuster bei den ausgewachsenen Tieren. Jungtiere innerhalb einer örtlichen Population wirken meistens sehr einheitlich. Es gibt auch in der Jugendfärbung Unterschiede zwischen Arten, Unterartern und Farbzüchtungen der Leopardgeckos. Es besteht jedoch ein bestimmtes Grundmuster sowohl für die Jugendfärbung als auch für die ausgewachsenen Tiere der Wildform von E. macularius. Die Strukturen der Zeichnungselemente, ist bei den Jungtieren klar abgegrenzt, während bei den erwachsenen Tieren diese eher ineinander verschmelzen. So besitzen junge Leopardgeckos überwiegend eine Zeichnung aus breiten Bändern welche sich farblich stark abgrenzen. Die jungen Leopardengeckos haben eine dunkle Kopfzeichnung. Es folgt meist ein cremeweisses bis gelbliches Halsband und eine Reihe von 3-4 schwarzen oder dunkelbraunen Querbändern auf weissen bis gelben Untergrund. In den meisten Fällen zieht sich dies bis zum Schwantzansatz. Der Schwanz ist schwarz und weiss geringelt. Die Binden am Schwanz sind zu Ringen geschlossen. Während der Entwicklung des Leopardgecko lössen sich diese Querbänderung immer weiter auf. Dies müsste die häufigste Zeichnungsvariante sein. Manchmal trifft man immer wieder Leopardgeckos mit Streifen oder grösseren Flecken an. Diese markanten Zeichnungsvarianten bleiben auch im ausgefärbten Zustand meistens erhalten. In den meisten Fällen ist die klare Abgrenzung der Linien und Farben bei den Adulti Leopardengeckos häufig nicht mehr so deutlich zu erkennen. Die Färbung ausgewachsener Leopardgeckos lässt sich nicht immer von ihrer Jugendzeichnung ableiten. Die Intensität der Farben kann im voll ausgefärbten Zustand weniger stark ausfallen. Diese einheitlichen Muster und Farben findet man ausschließlich bei Wildfängen, da die Nachzuchten durch Auslese komplett anders aussehen. Bei der Haltung in Terrarien fängt die Umfärbung meistens ab dem 6. Monat oder früher an. Die Geschlechtsreife der Leopardgeckos setzt in der 32. oder 35. Woche ein, hängt aber von den konkreten Haltungsbedingungen ab.

Körperbau vom Leopardgecko

Der Körperbau des Leopardgeckos ist walzenförmig, der an der Oberseite abgeflacht ist. Bei gesunden Nachzuch- ten sieht man die Rippen und Beckenknochen nicht. Der massige Kopf läuft spitz zu. Die grossen Augen des Leopardgecko wirken extrem im Vergleich zu anderen Geckoarten. Die Haut vom Leopardgecko ist mit feinen Schuppen bedeckt. Die Haut schützt die Leopardgeckos vor Wasser und Wärmeverlust. In der obersten Hautschicht ist verstärkt Keratin eingelagert und bildet eine starke Hornhaut. Weil diese Haut nicht mitwachsen kann, wird die äussere Hautschicht durch regelmässige Häutungen erneuert. Bei Jungen-Leopardgeckos geschieht diese Häutung öfter als bei Erwachsenen Leopardgeckos, weil sie sich noch in der Wachstumsphase befinden. Die Häutung erkennt man an einer Veränderung der alten Haut sie wird (milchfarbig) und löst sich meistens an der Schnauzenspitze beginnend, in grösseren Fetzen ab. Die Leopardgeckos versuchen aktiv die alte Haut abzustreifen indem sie mit dem Maul oder den Füßen nachhelfen. Die alte Haut wird fast immer komplett aufgefressen. Die Beine des Leopardgecko sind kräftig, jedoch sind die vorderen Beine dünner als die hinteren. Jeder Fuß trägt fünf dünne Zehen mit spitzen Krallen. Die Krallen können nicht eingezogen werden. Durch diese Fähigkeit können die Leopardgeckos auf Steinen und festem Untergrund laufen. Leopardgeckos können auch Wände hoch steigen und Höhlen graben. Der Schwanz ist rundlich und wird zur Spitze immer dünner. Der Schwanz vom Leopardgecko hat viele Funktionen, z.B für die Bewegungskoordination beim Laufen, Klettern und Springen. Der Schwanz dient auch als Nährstoffspeicher. Im Schwanz wird die aufgenommene Nahrung in Form von Fetten eingelagert und dient als Notvorräte für die Zeit der Winterruhe. Die Leopardgeckos haben ein besonderes Schutzverhalten, wissenschaftlich wird dies als Autotomie bezeichnet. Leopardgeckos können Ihren Schwanz aktiv abwerfen der aber wieder nachwächst, jedoch nicht mehr in der gleichen Form. Im Schwanz eines Leopardengeckos gibt es mehrere Sollbruchstellen, die sich als Hohlkörper in der mitte einiger Schwanzwirbel befinden. Wird ein Leopardgecko am Schwanz gepackt, kann er Ihn an dieser Sollbruchstelle abwerfen. Der abgeworfene Schwanz kann mehrere Minuten zuckende Bewegungen ausführen. In der Natur nützt der Leopardgecko diese Eigenschaft um die Aufmerksamkeit des Angreifers von sich abzulenken. Das neue Schwanz-Regenerat ist rübenförmig und wird eher breiter als länger.  Die männlichen Leopardgeckos haben eine Anzahl sogenannter  Präkloakalporen welche bei den weiblichen Leopardgeckos sehr schwach ausgeprägt sind. Diese verlaufen V-Förmig oberhalb der Kloake. Mit ihnen erzeugen die Leopardgeckos ein gelbliches Sekret, welches zur Reviermarkierung dient. Zum Schluss sind die bei allen Leopardgeckos vorhandenen Postanalsäckchen interessant. Sie liegen kurz hinter der Kloakenöffnung unter der Schwanzwurzel. Sie dienen zur Entlastung des Hemipenis bei der Paarung.

Die Sinnesorgane vom Leopardgecko

Dem Leopardgeckos wichtigsten Sinnesogane sind Augen, Nase, Zunge und Ohren. Am wichtigsten sind die Augen weil sich Leopardgeckos optisch orientieren. Die Augen scheinen gelbbraun bis goldfarben und besitzen eine senkrechten Spalt. Diese Schlitz- oder Spaltpupille zieht sich bei starkem Lichteinfall bis auf einen Spalt zusammen. Bei Dunkelheit wird die Pupille umso breiter. Dank diesen Augenlider können Leopardgeckos ihre Augen verschliessen und sich so vor übermässigem Lichteinfall oder Verletzungen schützen. Neben den natürlichen Augenfarben gibt es sehr attraktive Zuchtvarianten. Es gibt schwarzäugige Leopardgeckos die sogenannten Black-eyed Eclipse oder die Snake Eyes dies sind Leopardgeckos dessen Augen zweigeteilt sind. Die eine hälfte des Auges ist Schwarz und die andere hälfte wildfarben gefärbt. Bei den Albinos sind die Augen nur sehr selten Rot meistens haben sie nur einen leicht rötlichen Schimmer. Leopardgeckos besitzen Linsenaugen, dies ermöglicht den Tieren ein bildhaftes Sehen. Nur im vorderen Sektor überschneiden sich die Gesichtsfelder der beiden Augen und ermöglichen dort ein binokulares räumliches Sehen. Der Geruchsinn bei einem Leopardgecko befindet sich auf einer Membran in der Nasenhöhle die sogenannte Geruchsepithele, diese sorgt für die Wahrnehmung von Duftstoffen. Im vorderen Gaumendach eines Leopardgeckos befindet sich das Jacobsonsche Organ hierbei handelt es sich um eine komplexe Sinnesgrube, die auch ohne Nase, Gerüche wahrnehmen kann. Jedoch müssen die Duftstoffe zuerst im Speichel gelöst und mit der Zunge übers Gaumendach zum Organ weitergeleitet werden. Ein weiteres Sinnesorgan ist das Ohr es ist im Aufbau und der Funktion gleich wie bei anderen Wirbeltieren. Leopardgeckos können auch Laute von sich geben, dies hört sich wie ein Quietschen an. Leopardgeckos machen diese Geräusche vorallem wenn sie sich bedroht fühlen oder Streitereien haben. Zur weiteren Wahrnehmung zählen auch Sinneszellen in der Haut. Diese Fähigkeit hilft dem Leopardgecko in der vollständigen Dunkelheit potenziellen Feinden auszuweichen. Man glaubt auch, dass die Leopardgeckos minimale Erschütterungen vom Boden warnehmen können.

Verhalten vom Leopardgecko

Beim Leopardgecko handelt es sich um ruhige Echsen, die bei Dämmerung und nachts auf die Jagd gehen. Am Tag sind die Leopardgeckos meistens in Ihren Verstecken. Sobald die Terrarienbeleuchtung erloschen ist verlassen die Leopardgeckos ihre Verstecke und wandern immer auf der Suche nach Fressen im Terrarium umher. Wenn sie ein Insekt fixiert haben, kann die Verfolgung beginnen. Das fangen der Beute geht ziemlich schnell, kleinere Beutetiere werden mit den Kiefern zermalmt und gleich Verschlungen, größere, erst nach heftigem schütteln und schlagen gegen den Untergrund. Den Wasserbedarf decken die Leopardgeckos indem sie aus einem Napf trinken oder Sprühwasser auflecken. Männliche Leopardgeckos sind sehr territorial. Sie verteidigen ihr Terrarium gegen alle anderen Männchen. Begegnen sich zwei männliche Leopardgeckos wird zuerst mit dem Schwanz gewedelt. Nach dieser ersten Drohgeberde umkreisen die Männchen sich. Sollten die Warnsignale immer noch nicht ausreichen und sich keiner der beiden zurückziehen, greifen sie sich an. Mit den kräftigen Kiefern fügen die Leopardgeckos sich gegenseitig sehr starke Verletzungen zu. In der Natur flieht das unterlegene Männchen, im Terrarium wird der schwächere Leopardgecko bis zum Tode gehetzt und gejagt. Wegen diesen beissereien ist es schlichtweg unmöglich mehrere Männchen in einem Terrarium zu halten. Auch zwischen Leopardgecko-Weibchen kann es zu Streitgkeiten kommen hier empfiehlt es sich das gestresste Leopardgecko-Weibchen für eine gewisse Zeit zu separatisieren bis sie sich wieder erholt hat. Dass Leopardgeckos manchmal nach dem Finger des Halters schnappen kommt eigentlich nie vor, da die Leopardgeckos extrem zutraulich werden. Sollte es aber trotzdem passieren, dann nur aus Futtergier. Leopardgeckos gehören zu den wechselwarmen Tieren deshalb sind sie nicht in der Lage, ihre Körpertemperatur selbstständig zu halten. Leopardgeckos sind demnach auf die Umgebung-stemperatur angewiesen. Leopardgeckos müssen sich auf ihre Vorzugstemperaturen erwärmen, dies liegt bei jungtieren und ausgewachsenen Leopardgeckos zwischen 28.2 C und 0,6 C. Um diese Wärme zu erhalten suchen die Leopardgeckos sonnenbestrahlte Verstecke wie Höhlen unter dünnen Steinplatten auf. In der Nacht liegen die Leopardgeckos sehr gerne auf  noch warmen Steinen, um dort Wärme aufzunehmen. Auch andere Klimafaktoren können die Aktivität der Leopardgeckos beeinflussen. Der Wechsel von Tag und Nacht wie auch die Feuchtigkeit im Terrarium. Den Winter verbringen die Leopardgeckos in kältebeständigen Verstecken. Bei unseren Leopardgeckos dauert die Überwinterung von Dezember bis anfangs März.

Die Winterruhe vom Leopardgecko

Auch im Terrarium sollten die Leopardgeckos eine Winterruhe verbringen. Dies kann man mit langsamen absenken der Temperatur einleiten bis zum kompletten ausschalten der Beleuchtung. Diese Ruhephase fördert die Gesundheit der Leopardgeckos und auch die Fortpflanzung. In dieser Zeit nimmt die aktivität der Leopardgeckos ab und auch das Fressverhalten wird deutlich weniger. Eine Schale Trinkwasser muss immer vorhanden sein. Das füttern der Leopardgeckos kann während dieser Zeit komplett eingestellt werden. Die Temperatur sollte auf Zimmerniveau absinken oder man stellt sein Terrarium in den Keller. Wenn dies nicht möglich ist kann man die Leopardgeckos auch in normale Plastikbehälter mit genug Verstecken und genügend Trinkwasser in einen kühleren Raum stellen. Die Temperatur sollte in dieser Phase zwischen 10 und 16 C liegen. Auf Beleuchtungen kann verzichtet werden, wenn natürliches Tageslicht durch die Fenster einfällt. Eine leichte Substratfeuchte sollte auch gegeben sein und man sollte dies regelmässig kontrollieren. Gegen Ende der Winterruhe werden die Temperaturen langsam wieder angehoben und man setzt die Leopardgeckos wieder zurück ins Terrarium. Viele Terrarianer schalten Beleuchtung und Heizung für mindestens zwei Monate aus um den Leopardgeckos einen Winter zu simulieren.

Farbvarianten vom Leopardgecko

Zum jetzigen Zeitpunkt werden weltweit mittels Selektion von Leopardgeckos ganz bestimmte Farbmerkmale herausgezüchtet. Die Zeichenmuster und Farben beschränken sich auf die Körperoberseite. Dies bedeutet ,dass der Name ,,Black Leopardgecko" einen höheren Anteil schwarzer Pigmente (Melanin) besitzt. Diese Leopardgeckos sind dunkler oder sogar schwarz. Bei den Albinos Leopardgeckos wird die Melaninsynthese gestört oder blockiert. Diese Leopardgecko Farbmorphe hat eine enorme vielfalt in der Färbung, nur Schwarz fehlt völlig. Die Augen der Albino Leopardgeckos sind häufig nur leicht rötlich, werden aber später etwas gräulich. Durch gezielte Zucht sind drei "Albino-Linien" ausselektiert worden. Albino Tremper Linie (Texasstrain), sind die am meisten angebotenen Albinos und zeichnen sich durch Ihre variable Zeichnung aus. Albino Bell Linie (Florida Strain), bei dieser Linie haben die Leopardgeckos die kräftigste Rotfärbung der Augen. Bei der Albino Rainwater-Linie (Las Vegas strain) sind die Leopardgeckos heller und besitzen rosa bis dunkelrote Zeichnungen. (Aptor Albino Patternless Tremper Orange) diese Leopardgeckos besitzen einen orangfarbigen Kopf und Schwanz wie auch einen gelblich orangen Körper mit fast keinen Zeichnungen mehr, die Augen sind rot. (Blazing  Blizzard) dies sind rein cremeweisse Tiere mit rötlichen Augen. Diabolo Blanco dies sind weisse Leopardgeckos mit roten Augen. (Patternles Albino) sind zeichnungslose Leopardgeckos mit intensiver Gelbfärbung und rosafarbenen Schwanz. (Radar Bell Albinos) sind intensiv orange gefärbte Leopardgeckos wo die Kopfzeichnung aus wenig Flecken besteht. Sunglow diese Leopardgeckos haben fast nur noch am Kopf und Schwanz Fleckenzeichnungen und tendieren zu Tangerine-Färbung und einem Carrottail. (Tremper Xanthic) diese Leopardgeckos fallen durch Ihren gelblichen Körper, weissen Köpfen und weissen Schwänzen auf. (Blizzard) haben keinerlei Zeichnungen, die Farben varieren zwischen Weiss bis Grau oder Braun. (Midnight Blizzard) die Färbung dieser Leopardgeckos ist von grau bis schwarz erhältlich. (Hypotangerine) geht die Grundfärbung bis ins Orange und weisst weniger als zehn schwarze Punkte oder Flecken aus. Super Hypo diese Leopardgeckos weisen keine Flecken oder Punkte am Körper und nur wenige am Kopf aus. (Black Velvet) Sehr dunkle bis ganz schwarze Farbmorphe. (Super Hypo Blady) diese Leopardgeckos haben keinerlei Punkte im Bereich des Körpers und des Kopfes. (Jungle) bei diesen Leopardgeckos wird die Auflösung der Querbänder erreicht und haben eine starke schwarze Körperzeichnung auf gelbem Grund. (Striped) keinerlei Querbänder mehr auf dem Körper und die Punkte und Flecken sind zu streifen verbunden.(Red Striped) diese Leopardgeckos haben dunkelorange verlaufende Streifen entlang dem Körper. (Tangerine Striped) sind gelblich orange Leopardgeckos mit zwei dunklen Längsstreifen und einer breiten gelben Mittellinie. (Carrothead) bei diesen Leopardgeckos ist der Kopf überwiegend in oranger Färbung. (Snake Eyes) diese Leopardgeckos haben die Vorder- oder Rückseite ihres Auges schwarz gefärbt und die andere Seite normal. (Pastel) Kopf, Schwanz und teile des Rückens sind weiss oder grau bis lavendelfarbig. (Mack Snow) diese Leopardgeckos sind schwarz-weiss gefärbt. (High Yellow) diese Leopardgeckos haben einen erhöhten starken Gelbanteil und die dunklen Flecken sind reduziert. (Tangerine) diese Leopardgeckos haben eine orange Grundfarbe mit normalen Zeichnungen. (Tangerine Tornados) diese Leopardgeckos haben eine intensive orange Färbung mit Rotanteil. (Giant) diese Leopardgeckos haben keine besondere Farbvariante aber eine vergrösserte länge und Körpermasse. Die Männchen erreichen ein Gewicht von 80-120g die Weibchen von 60-90g.(Super Giant) Bei diesen Leopardgeckos erreichen die Weibchen ein Gewicht von 100g und die Männchen bis etwa 150g. Selbstverständlich gibt es noch mehr Farbmorphen die wir hier Beschreiben könnten, verweise jedoch an dieser Stelle auf weitere tolle Leopardgecko-Seiten im World Wide Web.

Weitere Farbmorphen sowie Bilder und Videos zu diesem Thema findet Ihr unter:
Videos Leopardgeckos
Bilder Lepardgeckos
Leopardgeckos abzugeben

Einfluss der Temperatur auf Färbung und Geschlecht

Die Inkubationszeit bestimmt nicht nur das Geschlecht (Männchen oder Weibchen), sondern kann auch teilweise die Färbung von Leopardgeckos beeinflussen. Niedrige Zeitigungstemperaturen wirken sich auf die Produktion des Leopardgeckos dunklen farbstoffes Melanin aus. Es gilt folgende Faustregel: Je niedriger die Zeitigungstemperatur umso dunkler die Färbung der Nachzuchten. Je höher die Inkubationszeit um so heller das Farbkleid. Wenn die Eier bei Temperaturen von 32,2 C ausgebrüttet werden schlüpfen in der Regel junge Leopardgeckos mit weniger Anteil dunklen Farbpigmenten. (Die Aussagen der Züchter sind jedoch unterschiedlich).

Krankheiten vom Leopardgecko

Leopardgecko können von Parasiten befallen werden. Die Anzahl der Parasitenarten ist überschaubar. Da gibt es zum Beispiel die (Milben): Einschleppen kann man sich Milben über andere Leopardgecko Neuzugänge oder Gegenstände vom Zoo-Geschäft mit einem Milbenproblem. Diese Milben laufen über die Haut der Leopardgeckos oder vestecken sich an verborgenen Körperstellen. Bei Leopardgeckos ist ein Milbenbefall extrem selten. (Zecken): Mit einer Pinzette lassen sich die Tiere problemlos entfernen. Bei Leopardgeckos spielen Zecken keine relevante Rolle. (Fliegen): Bei offenen Wunden könnte es passieren, dass die Fliegen Ihre Eier in die Verletzungen der Leopardgeckos legen. Die Eier, Maden müssen tierärtzlich entfernt und behandelt werden. Bei Leopardgeckos kommt dies eher selten vor. (Würmer): Ziemlich alle Leopardgeckos haben einen Befall mit Oxyuren. Ein Befall kann durch eine Kotuntersuchung festgestellt werden und mit Fenbendazol behandelt werden. Bei unseren Leopardgeckos machen wir regelmässige Kotuntersuchungen bevor wir den Winterschlaf einleiten. Sollte ein Wurmbefall vorliegen und der Tierarzt bestätigt einen Handlungsbedarf, machen wir bei allen Leopardgeckos eine Entwurmungskur. (Kokzidien): Dies sind Parasiten die meistens die Darmschleimhaut und andere Organe wie Gallengänge angreifen. Es kommt zu einem abmagern der Tiere und durchfällen. Es wird mit Antiprotozoika behandelt, kommt aber bei Leopardgeckos in Terrariumhaltung so zu sagen nie vor. (Kryptosporidien): Es handelt sich hierbei um eine entzündliche Schädigung des Magen Darm-Traktes und führt zu einem massiven Gewichtsverlust der Leopardgeckos. Bis heute ist keine Therapie bekannt die zu einer vollständigen Heilung dieser Krankheit führt. Um diesen Leopardgeckos Ihr leiden zu erleichtern, kann man die Gesundheit der erkrankten Leopardgeckos mittels Therapie (Paraomomycin) und flüssig Nahrung (Bioserin) aufrechterhalten. Zur Vermeidung dieser Krankheit ist ein Kryptosporidien-Test zu empfehlen, bevor man den neuen Leopardgecko in die bestehende gesunde Gruppe integriert. Mehr zu diesem Thema findet man auf der Seite: http://www.cryptosporidien.de/. Ein weiterer wichtiger Punkt ist ob Zoonosen eine Gefahr für den Menschen sind? Was sind Zoonosen? Vom Tier auf den Menschen übertragene Krankheiten werden als Zoonosen bennant. Leopardgeckos verfügen über ein sehr geringes zoonotisches Potenzial. Es besteht jedoch die Möglichkeit das Bakterien oder Pilze von einem Leopardgecko Menschen infizieren können. Für einen Gesunden Menschen ist es jedoch unwahrscheinlich gesundheitliche Schäden durch Leopardgeckos zu bekommen. Zum Glück beschränken sich, wenn überhaupt, die meisten Probleme in der Terrarienhaltung auf z.B. Häutungs-schwierigkeiten, Verletzungen durch Beissereien, Verbrennungen bei unsachgemässer Installation von Heizstrahlern, Kalziummangel wegen Unterversorgung an Mineralstoffen und Vitaminen, Überhitzung oder Unterkühlung, Verstopfung, Legenot, Erkältung und Lungenentzündung und Infektionen des Magendarm Traktes. Wir pflegen nun seit dem Jahr 2000 Leopardgeckos und haben noch nie eines der folgenden Probleme erlebt. Wenn man sich an die notwendige Hygienevorschriften wie Terrarium regelmässig reinigen, desinfizieren, und sich vor und nach dem Kontakt mit den Leopardgeckos die Hände wäscht und desinfiziert wird man keine Probleme (Krankheiten) erleben. Auch hier könnte man noch weitere Parasiten oder Infektionen genauer Auflisten und Beschreiben. Wir beschränken uns aber nur auf einen Teil-Auszug von möglichen Beschwerden der Leopardgeckos. Wieterführende Informationen findet Ihr im Buch: (Der Leopardgecko) Link:  Der Leopardgecko von Melanie Hartwig